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Ein Standard ist schnell gefordert, sobald irgendwo ein Fehler passiert ist. Nicht jeder Fehler ist aber ein Zeichen für einen fehlenden Standard – manchmal ist er schlicht eine Ausnahme, die keine neue Regel für alle rechtfertigt.
Ein Standard legt fest, wie ein wiederkehrender Arbeitsschritt in der Regel ausgeführt wird – unabhängig davon, wer ihn gerade übernimmt. Ziel ist weniger Varianz, weniger Fehler und eine planbare Qualität.
Einzelfälle, Ausnahmesituationen und individuelle Kundenanforderungen lassen sich selten sinnvoll in einen starren Standard pressen. Wird es trotzdem versucht, entstehen in der Praxis häufig Umgehungslösungen – der Standard wird formal eingehalten, aber inhaltlich unterlaufen.
Standards, die am Schreibtisch entstehen, ohne den tatsächlichen Ablauf einzubeziehen, werden im Alltag häufig ignoriert. Wer einen Standard einführt, sollte ihn mit den Personen abstimmen, die ihn später tatsächlich anwenden.
Bewährt hat sich die Reihenfolge: den Ablauf zunächst verstehen, dann unnötige Schritte entfernen und vereinfachen, und erst danach das vereinfachte Vorgehen als Standard festschreiben. Ein Standard auf Basis eines schlechten Ablaufs schreibt das Problem lediglich fest.
Der erste Schritt lässt sich oft schon in einem kurzen Gespräch einordnen – bevor daraus ein größeres Projekt wird.
Logistikproblem besprechen